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Das Große Latinum

Kurz gesagt

„Großes Latinum“ meint zweierlei: Umgangssprachlich heißt so oft das normale Latinum nach der Vereinbarung der Kultusministerkonferenz. In Baden-Württemberg, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein ist es dagegen eine eigene Stufe über dem Latinum, mit anspruchsvolleren Texten von Cicero, Livius oder Tacitus.

Zwei Bedeutungen

Wer „Großes Latinum“ sagt, meint meist das Latinum im Unterschied zum Kleinen Latinum. So verwenden es viele Hochschulen, etwa die Universität Duisburg-Essen in Nordrhein-Westfalen, wo es amtlich nur „Latinum“ heißt.

Einige Länder vergeben aber ein Großes Latinum als eigene Stufe über dem Latinum. Wenn eine Hochschule oder ein Arbeitgeber das Große Latinum verlangt, lohnt es sich deshalb, zuerst zu klären, welches gemeint ist.

Wo es eine eigene Stufe ist

  • Baden-Württemberg: Prüfung beim Regierungspräsidium an Ciceros philosophischen und rhetorischen Schriften; das Latinum dort an Ciceros Reden.
  • Sachsen-Anhalt: Texte von Tacitus, Livius und Cicero; schriftlich wie beim Latinum rund 180 Wörter in 180 Minuten, nur das Textniveau ist höher.
  • Hamburg: ein „anspruchsvollerer Cicerotext“.
  • Schleswig-Holstein: Tacitus.
  • Bremen: in der Schule nach mindestens sieben Jahren Latein, davon zwei in der Qualifikationsphase.
  • Niedersachsen kennt das Große Latinum ebenfalls.

Die genauen Regeln stehen bei der Schulbehörde oder Prüfungsstelle des Landes und können sich ändern.

Was Studiengänge verlangen

Prüfungsordnungen verlangen in der Regel „das Latinum“, etwa für Klassische Archäologie, für Theologie oder im Lehramt mancher Fächer; für das Pfarramt in der evangelischen Theologie zusätzlich Graecum und Hebraicum. Ein ausdrücklich „Großes“ Latinum über dem Latinum verlangen sie selten. Medizin verlangt heute kein Latinum, sondern einen Kurs in medizinischer Terminologie. Maßgeblich ist immer die Prüfungsordnung der eigenen Hochschule.

Der Weg dorthin

Ob Latinum oder Großes Latinum: Am Anfang stehen dieselben Grundlagen – Formen, Satzlehre und Wortschatz –, danach viel Lektüre. Disce ludens übt die Grundlagen bis zur Caesar-Lektüre mit gestuften Hilfen. Cicero, Livius oder Tacitus liest man danach im Kurs oder in gezielter Lektüre.

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Was Disce ludens dabei leistet – und was nicht

Das leistet Disce ludens

  • Sichert die Grundlagen, auf denen jede Lektüre aufbaut.
  • Übt auch Fortgeschrittenes wie Relativpronomen, Konjunktiv und Partizipien in Disce ludens II.
  • Hilft beim Auffrischen, wenn das Schullatein lange her ist.

Das leistet es nicht

  • Keine Lektüre von Cicero, Livius oder Tacitus.
  • Keine Vorbereitung auf eine bestimmte Landesprüfung.
  • Kein Nachweis: Das Große Latinum gibt es nur über Schule oder Prüfung.

Häufige Fragen

Was ist das Große Latinum?

Umgangssprachlich das normale Latinum im Unterschied zum Kleinen Latinum. In Baden-Württemberg, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein ist es zusätzlich eine eigene Stufe über dem Latinum.

Was ist der Unterschied zwischen Latinum und Großem Latinum?

Wo das Große Latinum eine eigene Stufe ist, werden schwierigere Texte geprüft: in Baden-Württemberg Ciceros philosophische und rhetorische Schriften statt seiner Reden, in Sachsen-Anhalt Tacitus, Livius und Cicero. Prüfungsumfang und Dauer sind oft gleich.

Brauche ich für mein Studium das Große Latinum?

Meist wird „das Latinum“ verlangt, selten ausdrücklich eine Stufe darüber. Entscheidend ist die Prüfungsordnung der eigenen Hochschule.

Braucht man für Medizin ein Latinum?

Nein. Die Approbationsordnung sieht stattdessen ein Praktikum der medizinischen Terminologie vor.